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Objektbericht Kirchenzentrum, Platz der Menschenrechte

Foto: Stefan Müller-Naumann

Mauerwerkstechnik im Kontext mit der Raumordnung

Kirchenzentrum Platz der Menschenrechte, München/Riem

Fassade
Klinker-Riegelformat

Objektbericht
Pressemitteilung
Mauerwerkstechnik im Kontext mit der Raumordnung, dargestellt am Beispiel des neuen Kirchenzentrums in der Messestadt München-Riem unter besonderer Berücksichtigung der Standsicherheitsmerkmale der es umschließenden, 10 m hohen Ziegelmauern.
Das neue Kirchenzentrum, gemeinsames Projekt der katholischen und evangelisch-lutherischen Kirchen, behauptet sich zunächst als ein nach Außen hin großes Volumen. Dahinter verbirgt sich jedoch ein durchlässiges, vielschichtiges Gefüge aus unterschiedlichen Räumen und Nutzungen, gleichsam einer Stadt in der Stadt. Ein stark gegliedertes Raumprogramm wird in einem nach Außen scheinbar großen Gebäude untergebracht, das die vorhandenen, städtebaulichen Linien und Raumkanten aufgreift, und sich ganz selbstverständlich in die nähere Umgebung einfügt. So die Grundidee des Architekten Florian Nagler, München, der für sein Konzept im Dezember 2000 den 1. Preis erhielt. Eine 10m hohe Mauerwerkswand, äußerlich glatt, frei von Streben und sonstigen sichtbaren Hilfskonstruktionen, avancierte so zum prägenden Gestaltungselement und notwendigen Funktionsmerkmal für die gewünschte klösterliche Abgeschiedenheit dieser kleinen Kirchenstadt innerhalb einer sich aufgeregt gebenden vorstädtischen Umgebung.

Ablesbare Raumordnung
Die gesamte Konstruktion der Anlage wurde in Massivbauweise aus Stahlbetonwänden und -decken bzw. aus Mauerwerkswänden erstellt. Die 10 m hohen Umschließungswände sind beidseits des Stahlbetonkerns mit einer hinterlüfteten Vorsatzschale aus Ziegeln im DF-Format bekleidet. Vermauert wurden die Steine im wilden Verband mit ihren Fußflächen als Sichtseite. Diese sogenannte Fußsortierung war eine spezielle Lieferung der Fa. Gima, Marklkofen, für dieses Objekt. Die Mörtelfugen sind lediglich mit der Kelle abgezogen, um die haptische Qualität der Wandoberfläche und damit ihre Lebendigkeit zusätzlich zu unterstreichen. Dieses unverfälschte naturrote Ziegelmauerwerk prägt das Innere des Ensembles, Höfe und Gärten und schafft, zusammen mit der Verarbeitung natürlich belassener Hölzer eine wohnliche Atmosphäre meditativ-warmer Stimmungen. Im Gegensatz dazu geben sich die nach Außen hin weiß geschlämmten Mauern eher abstrakt und vermitteln gleichzeitig zu der überwiegend verputzten Umgebungsbebauung.
Innerhalb dieser geschlossenen Umfassungsmauern empfängt den Besucher eine für ihn leicht erfassbare Kleinteiligkeit aus unterschiedlichen Gebäuden, Höfen und Plätzen, Gärten und Dachterrassen, gegliedert in kubische Einheiten, die immer wieder Einblicke und Durchblicke erlauben. Zugrunde liegt dieser inneren Architektur ein überlagertes, dreidimensionales Gitter von Raumkanten. Diese Raumordnung wird aufgenommen in den Dehnungsfugen des Umschließungsmauerwerks, sodass die innere Stuktur der Anlage in der abstrakten Außenansicht der weiß geschlämmten Ziegelwände über die Fugenteilung quasi linienhaft angedeutet wird. So wurden beispielsweise die vertikalen Dehnungsfugen überall dort positioniert, wo Innenräume an Höfe anschließen oder aber bei allen Höhensprüngen von zweigeschossiger zu eingeschossiger Bebauung. Die so entstandenen fugenfreien Schalenlängen betragen in der Fläche bis zu 17,5 m, im Eckbereich bis zu 7,5 m auf 7,5 m bei gleichschenkligen, bzw. bis zu 10 m auf 5 m bei ungleichschenkligen Ecken.