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Objektbericht Alfred-Wegener-Institut

Foto: F.V. Gagern

Glasierte Ziegel – Differenz und Wiederholung

Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven

Fassade
Klinker-Riegelformat

Pressemitteilung
Neubau eines Labor- und Bürogebäudes in Bremerhaven
»Die wirklich groß geplanten Werke sind unfertig«, dieses Zitat von Bert Brecht beschreibt die rationale Planung Steidles, die nicht determinierend alle Lebens- und Arbeitsräume besetzt, sondern bewußt Freiräume offen hält. Volumen und Material bestimmen die Bauten, sie lösen sich nicht auf, simulieren nicht Transparenz, sondern bilden Räume, die Alt und Neu, Öffentlich und Privat umgreifen ohne Festlegungen: - „unfertige“ und zugleich integrative Elemente, die auch den Neubau des Alfred-WegenerInstitutes charakterisieren. So wurden in Bremerhaven in den Fassaden farbig glasierte Ziegel verwendet, jedoch so verlegt, dass sich kein Ornament, keine Anbiederung an norddeutsche Bausteintümelei ergibt, sondern ein Anklang an abstrakte Bildmuster und damit ein radikal moderner Ausdruck. Dabei ging es in der Zusammenarbeit mit dem Berliner Farbdesigner Erich Wiesner nicht allein um die Gestaltung der Fassade, sondern um die besondere Gestalt des Hauses, das ein Zeichen setzen will für die Präsenz aktueller Forschung. Die Umsetzung des Farbkonzepts erfolgte dann in enger Kooperation mit dem Ziegelhersteller, der Firma Girnghuber in Marklkofen.

Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung wurde 1980 in Bremerhaven gegründet und nach dem Geophysiker und Polarforscher Alfred Wegener benannt. Die Baufläche des hier beschriebenen neuen Institutsgebäudes liegt außerhalb des Zentrums von Bremerhaven im Hafengelände. Die eigentliche Gebäudestruktur mit ihren versetzt angeordneten Innenhöfen wird von städtebaulich vorgegebenen Achsen überlagert: vom Verlauf des Deiches im Westen, dem Handelshafen im Süden sowie von verschiedenen vorhandenen Bauten, an denen sich der östliche und nördliche Gebäudeverlauf orientiert. Das architektonische Konzept reagiert auf die Arbeit und Bedeutung des Institutes, einerseits durch eine kommunikative Struktur und zum Anderen durch eine aus dem Ort entwickelte Architektur. Der Zuschlag wurde 1999 dem Büro Steidle und Partner, München im Verhandlungsverfahren erteilt. Die anschließende Planungsphase wurde von Mitarbeitern des Institutes begleitet. Das Gebäude ist für 240 Arbeitsplätze konzipiert.
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