Bautechnik
in der
Praxis.
brandschutz
Wände aus Ziegelmauerwerk eignen sich hervorragend zur Trennung von Wohnungen, zur Abgrenzung einzelner Brandabschnitte sowie zur Sicherung von Treppenräumen, Fluren und Räumen mit hoher Brandlast.
Für einen wirksamen baulichen Brandschutz ist mehr erforderlich als nur das richtige Material: Entscheidend sind die Auswahl geeigneter Ziegelprodukte sowie eine fachgerechte Planung und Ausführung.
Die Anforderungen an den Brandschutz unterliegen einem kontinuierlichen Wandel. Für Mauerwerk gilt der Brandschutzteil des Eurocode 6 (DIN EN 1996-1-2).
Ziele des baulichen Brandschutzes:
- Brände verhindern
- Feuer auf einzelne Gebäudeteile begrenzen
- Flucht- und Rettungswege sichern
- Feuerwehreinsätze ermöglichen
schallschutz
Die überarbeitete DIN 4109 (seit 2016) bildet heute die Grundlage für die Planung und den Nachweis des Schallschutzes im Hochbau.
Neu sind präzisere Rechenverfahren nach DIN 4109-2 auf Basis europäischer Normen sowie ein umfassender Bauteilkatalog (DIN 4109-31 bis -36). Damit können auch komplexe Bausituationen zuverlässig geplant werden – inklusive aller relevanten Schallübertragungswege, insbesondere der flankierenden Übertragung.
Die Ziegelindustrie hat früh auf die neuen Anforderungen reagiert und die Integration massiver Ziegelbauweisen durch intensive Forschungsarbeit vorangetrieben. Bereits seit 2010 sind hochwärmedämmende Ziegelmauerwerke im Rahmen einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (Z-23.22-1787) für den Nachweis nach dem neuen Verfahren anerkannt – heute auch Teil der DIN 4109.
Anordnung schutzbedürftiger Räume
Mauerwerksausführung
Gebäudetechnische Anlagen
Energieeffizienz
Die Anforderungen an Neubauten orientierten sich lange Zeit vorrangig an Grenzwerten zur Energieeffizienz. Heute fließen zusätzlich ökologische, ökonomische und soziokulturelle Aspekte in die Bewertung ein. Ein zentrales Ziel ist die Reduzierung der Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Die Lebenszyklusanalyse beginnt bereits mit der Rohstoffgewinnung und umfasst Herstellung, Nutzung und Entsorgung.
Dank seiner natürlichen Zusammensetzung ermöglicht der Ziegel eine nahezu verlustfreie Rückführung in den Stoffkreislauf.
Erfüllungskriterium EH 40 – Gebäudehülle
Ein zentrales Ziel ist die Reduzierung der Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Rohstoffgewinnung über Herstellung und Nutzung bis zur Entsorgung.
Mauerwerksausführung
Durch den Einsatz wärmedämmender Ziegelprodukte lässt sich ein hocheffizienter Wärmeschutz sicherstellen, ergänzt durch eine planungssichere Bewertung über Umweltproduktdeklarationen (EPDs).
Gebäudetechnische Anlagen
Es dient als qualitativer Nachweis im klimafreundlichen Neubau und ist Voraussetzung für bestimmte staatliche Förderprogramme.
Praxisbeispiel
Wir betrachten ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung, das in Ziegelbauweise errichtet und als nachhaltiges Wohngebäude nach QNG-Standard zertifiziert wurde.
Das Beispiel zeigt, wie ökologische, ökonomische, soziokulturelle und prozessuale Qualitätskriterien über den gesamten Lebenszyklus hinweg bewertet werden – von der Gebäudehülle über die Anlagentechnik bis zur CO₂-Bilanz. Die detaillierten Berechnungen und Bewertungen basieren auf den anerkannten Bewertungssystemen BNK und BNG und bilden die Grundlage für die Vergabe des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude (QNG).
Das dargestellte Gebäude erreicht bei der ökologischen, ökonomischen und Prozessqualität eine Erfüllungsquote von über 70 % und schneidet in der CO₂-Bilanz im oberen Drittel aller zertifizierten Gebäude ab.
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